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Bürgermeister-News April 3 / 2026

Bürgermeister Andreas Bovenschulte sitzt am Schreibtisch.

Liebe Bremerinnen und Bremer, liebe Bremerhavenerinnen und Bremerhavener,

der Tag der Arbeit am heutigen 1. Mai ist weit mehr als ein gesetzlicher Feiertag – er ist ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität. Seit Generationen steht dieser Tag für den Einsatz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern für faire Arbeitsbedingungen, für gerechte Löhne und für soziale Sicherheit. Gerade heute erinnert er uns daran, wie wichtig es ist, diese Errungenschaften zu bewahren und weiterzuentwickeln. Sie müssen immer wieder neu verteidigt und erkämpft werden.

Deshalb ist es für mich auch eine Selbstverständlichkeit, dass ich morgen am 1. Mai an der Seite der Gewerkschaften im Land Bremen auf die Straße gehe. Damit die Beschäftigten ihren fairen Anteil an den Gewinnen erhalten, die in unseren beiden Städten, in Deutschland, in Europa und weltweit erwirtschaftet werden. Damit sie gut abgesichert sind, wenn sie einmal krank werden. Und damit sie eine Rente bekommen, die auch im Alter ein gutes und sorgenfreies Leben ermöglicht.

Der 1. Mai sollte uns aber auch daran erinnern, was die Grundlage für all das ist: Eine wachsende Wirtschaft, in der Unternehmen und Beschäftigte zusammen konkurrenzfähige Produkte herstellen und damit gutes Geld verdienen. In der sie Arbeitsplätze sichern und neue schaffen - fair bezahlt und mit Tarifbindung.

Trotz der weltweiten Krisen müssen wir uns da in Bremen und Bremerhaven nicht verstecken. Im Gegenteil.

  • Das Wirtschaftswachstum ist im vergangenen Jahr in unserem Bundesland preisbereinigt um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Stärker war das Wachstum nirgendwo in Deutschland, bundesweit lag es gerade mal bei 0,2 Prozent.
  • Die Zahl der Erwerbstätigen hat 2025 mit fast 450.000 einen neuen Höchststand erreicht. Gut 50.000 mehr als vor 25 Jahren.
  • Die Häfen haben weiter zugelegt. Plus 10 Prozent bei den Containern gegenüber dem Vorjahr. Die Reederei Maersk will 1 Milliarde Euro in Bremerhaven investieren, der Bundesverteidigungsminister sogar 1,35 Milliarden. Zusätzlich zu den Investitionen des Landes.
  • Die Luft- und Raumfahrt-Industrie brummt, der Tourismus verzeichnet den dritten Rekord in Folge, die Zahl der Studierenden geht steil nach oben und die Universität hat gute Chancen wieder Exzellenz-Uni zu werden.
  • Dazu kommt unser Mercedes-Werk, das von Fachleuten wegen seiner Flexibilität und Produktivität als "Allzweckwaffe des Konzerns" bezeichnet wird, die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, die von den hohen Investitionen des Bundes profitiert und die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, die Bremen und Bremerhaven zur Lebensmittelhauptstadt in Deutschland macht.

Ich bin mir deshalb sicher: Die Wirtschaft in Bremen und Bremerhaven wird trotz aller Herausforderungen weiter zulegen und weiter Arbeitsplätze schaffen - wenn wir uns gemeinsam weiter anstrengen. Einen Grund, sich zufrieden zurückzulehnen, gibt es allerdings nicht. Denn trotz eines leichten Rückgangs in den vergangenen Monaten ist die Erwerbslosigkeit noch viel zu hoch. Ich kämpfe deshalb um jeden einzelnen Arbeitsplatz. Nicht nur am 1. Mai!

Ihr Andreas Bovenschulte

Unterschrift Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Präsident des Senats


#BACKSTUBE

Bürgermeister Andreas Bovenschulte in Lenes Backstube.

Es geht auch anders: Während aus dem deutschen Mittelstand seit vielen Jahren das Thema "Unternehmensnachfolge" als ein allzu oft problematisches beschreiben wird, konnte ich mir kürzlich ein Beispiel zeigen lassen, das für eine gelungene Bewältigung steht. Mehr noch: Aus der reinen Nachfolge ist eine äußerst erfolgreiche Neuausrichtung geworden: "Lenes Bio Backstube". Über 40 Jahre gibt es die Vegesacker Bäckerei inzwischen. Vor knapp zehn Jahren dann übernahm die heutige Chefin Lene Knoll sie von ihren Eltern Reiner und Birgit Knoll. Aus der "Die Backstube Bremen" wurde "Lenes Bio Backstube" und in der Namensänderung verbirgt sich schon der Kern der Sache: Die konsequente und zertifizierte Bio-Bäckerei. Der Erfolg stellte sich ein: Heute beschäftigt Lene Knoll etwa 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und vertreibt ihre Brote, Brötchen, Kuchen und weitere Produkte nicht nur in Bremen, sondern bis nach Hamburg und Hannover und natürlich dem niedersächsischen Raum dazwischen. Und dass "Lenes Bio Backstube" auch ausbildet, überrascht bei all dem schon gar nicht mehr. Klar: Hier passt einfach alles zusammen, es war sicher nicht immer leicht und eine Blaupause für beliebige Firmenübergaben ist es sicher auch nicht. Aber dieses Beispiel zeigt, dass Dinge gelingen können, wenn statt des schieren Bewahrens der Blick in die Zukunft die treibende Kraft ist.


#KOSCHNICK

Das Grab von Hans Koschnick mit dem Kranz.

Sein Name hat bis heute weit über Bremen hinaus einen gewaltigen Klang: Hans Koschnick. Vor zehn Jahren verstarb mein Vor-Vor-Vor-Vor-Vorgänger im Amt des Bremer Bürgermeisters und Präsidenten des Senats. An seinem Todestag, dem 21. April, war ich daher zusammen mit Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer in einer kleinen, stillen Zeremonie am Grab von Hans Koschnick auf dem Riensberger Friedhof und legte einen Kranz nieder. Es gibt wirklich viele gute Gründe, sich an Hans Koschnick und sein politisches Wirken zu erinnern. Der "Gröpelinger Jung", wie er auch immer gerne genannt wurde, hatte ein besonderes und vorbildliches Talent, Menschen einzubinden, Brücken zu bauen und schwierige Situationen aufzulösen. Und das weit über die Bremer Grenzen hinweg. Dafür steht in besonderer Weise sein Engagement als EU-Administrator in Mostar. Aber auch die Städtepartnerschaft mit Danzig, deren 50-jähriges Jubiläum wir in diesem Jahr feiern können, steht dafür. Und auch das Fundament für die Partnerschaft zu Haifa in Israel wurde während seiner Amtszeit gelegt. Beides sind Städte, die für die Verheerungen, die Nazi-Deutschland angerichtet hat und die Gräuel der Judenverfolgung und des Zweiten Weltkriegs stehen. Und in beiden Fällen gelang es ihm, Vertrauen in die demokratische Bundesrepublik aufzubauen, die es den Verantwortlichen in Danzig und Haifa ermöglichte, eine freundschaftliche Partnerschaft mit Bremen einzugehen. Dafür können wir Hans Koschnick nur dankbar sein.


#INFRASTRUKTUR

Luftbild der Bürgermeister-Smidt-Brücke.

Bremen investiert. Der Senat wickelt gerade Stück für Stück ein Investitionsprogramm historischen Ausmaßes ab. Aus dem Sondervermögen des Bundes erhält Bremen über einige Jahre gestreckt rund 941 Millionen Euro. Seit Wochen werden in nahezu jeder Senatssitzung jene Projekte auf den Weg gebracht, die dafür reif sind. Jüngst etwa nahmen wir 8,5 Millionen Euro aus den sogenannten LuKIFG-Mitteln – das steht für "Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz" – in die Hand, um die Bremer Verkehrsinfrastruktur aufzufrischen. Wir halten damit Wort, diese Mittel zukunftsgerichtet zu verwenden und die Maßnahmen so zügig wie möglich anzugehen. So kann jetzt mit der dringend erforderlichen Planung des Neubaus der Bürgermeister-Smidt-Brücke begonnen werden. Wir werden mit dem Geld aus diesem Paket beginnen, die Haltestellen der BSAG barrierefrei umzubauen. Und die Radpremiumroute am Steffensweg wird gebaut. Wir denken also an ganz unterschiedliche Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer beziehungsweise Verkehrsmittel: [FETT Autos, Fahrräder und den ÖPNV. So sieht gute Verkehrspolitik aus.


#ZUKUNFTSTAG

Bürgermeister Andreas Bovenschulte im Gespräch mit den Jugendlichen.

Es ist mir jedes Jahr ein großes Anliegen und noch vielmehr eine große Freude, junge Menschen zum Zukunftstag persönlich im Rathaus zu treffen. Und es ist immer wieder schön zu sehen, wie viele Gedanken sie sich vorher gemacht haben, was sie alles erfahren wollen. Da ist mein Beitrag nur ein kleiner in der Sinfonie dessen, was die Jugendlichen am Zukunftstag alles über die Arbeit der Bremer Regierungszentrale und die Vielfalt der Tätigkeiten im Rathaus lernen. Danke, dass Ihr den Zukunftstag bei uns verbracht habt! Und ein herzlicher Dank auch an alle im Team, die das für die Jugendlichen möglich machen.


#KALESNIKAVA

Bürgermeister Andreas Bovenschulte zusammen mit Maria Kalesnikava in der Oberem Rathaushalle und im Büro des Bürgermeisters.

Sie ist eines der prominentesten Gesichter der demokratischen Opposition und Freiheitsbewegung in Belarus: Maria Kalesnikava. Es war mir eine große Ehre, sie anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "ZUSAMMEN.FREI UND GLEICH" hier in Bremen auch im Rathaus begrüßen zu dürfen.

Unser Austausch zu ihren Haftbedingungen, zu ihrem Kampf für Freiheit und Demokratie, ihrem Einsatz für Menschenrechte hat mich sehr bewegt. Maria Kalesnikava strahlt eine beeindruckende Willenskraft aus – und eine Zuversicht, die selbst durch mehr als fünf Jahre Haft nicht gebrochen werden konnte.

Die ausgebildete Flötistin wurde im Präsidentschaftswahlkampf 2020 zu einer zentralen Figur der Opposition in Belarus. Internationale Bekanntheit erlangte sie nicht nur durch ihre Rolle in der Opposition, sondern auch durch ihre persönliche Haltung: Als einzige ihres Führungstrios blieb sie bewusst im Land. Ihr Widerstand gegen eine erzwungene Ausweisung – symbolisiert durch das Zerreißen ihres Passes an der Grenze – machten sie zu einer Ikone des zivilen Ungehorsams. Nach ihrer Verhaftung im September 2020 wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt. Im Dezember 2025 wurde sie gemeinsam mit 122 weiteren Oppositionellen begnadigt.

Die Wanderausstellung "ZUSAMMEN.FREI UND GLEICH" ist noch bis zum 27. Mai in der Kirche Unser Lieben Frauen zu sehen. Ein Besuch lohnt sich sehr: Sie gibt eindrucksvolle Einblicke in den Kampf für Freiheit und Demokratie – und in die Geschichten der Menschen dahinter: freiundgleich.info/.


#FILMFEST

Bürgermeister Andreas Bovenschulte unter anderem mit Jason Isaacs.

Ein Stück Hollywood in Bremen und ich finde: Unser Rathaus hätte als Kulisse kaum passender sein können, schließlich bringt sie ordentlich Hogwarts-Atmosphäre mit. Beim diesjährigen Bremer Filmfest durfte ich Jason Isaacs begrüßen. Viele kennen ihn vor allem als Bösewicht Lucius Malfoy aus den Harry Potter-Filmen. Zum Glück blieb es bei seinem Besuch ohne Zaubersprüche – dafür aber mit ganz viel Charme, interessanten Einblicken und einer guten Portion britischem Humor.

In der Oberen Halle haben wir ihm den Momentum Award verliehen. Eine Auszeichnung für seine beeindruckende Vielseitigkeit als Schauspieler: von markanten Rollen wie im Film The Patriot bis hin zu seinem Auftritt in der gefeierten HBO-Serie The White Lotus. Und eben natürlich Harry Potter.

Für mich sind solche Momente immer etwas Besonderes: Sie zeigen, dass Bremen auch international auf der kulturellen Landkarte präsent ist. Das Bremer Filmfest bringt spannende Persönlichkeiten in unsere Stadt und sorgt ganz nebenbei für ein kleines bisschen Hollywood-Feeling im Rathaus.

Ein großer Dank an das Organisationsteam des Bremer Filmfests!

Weihnachten · Senatskanzlei