Sie sind hier:

Bürgermeister-News August 2026

Bürgermeister Andreas Bovenschulte sitzt am Schreibtisch.

Liebe Bremerinnen und Bremer, liebe Bremerhavenerinnen und Bremerhavener,

Dass die weltweit größte internationale Konferenz für Künstliche Intelligenz in diesem Jahr in Bremen stattfindet, ist kein Zufall. Es ist eine Auszeichnung für einen Wissenschaftsstandort, der auf diesem Gebiet seit vielen Jahren zur internationalen Spitze gehört. Mehr als 3.000 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft kamen diese Woche zur IJCAI-ECAI nach Bremen. Deutschland ist damit erstmals seit 43 Jahren wieder Gastgeber dieser traditionsreichen Weltkonferenz.

Für Bremen ist das weit mehr als eine große wissenschaftliche Tagung. Es ist eine Chance, den nächsten Schritt zu gehen: von einem international herausragenden KI-Forschungsstandort zu einem führenden europäischen Standort für die Anwendung Künstlicher Intelligenz.

Dafür haben wir außergewöhnlich gute Voraussetzungen. Mit der Universität Bremen, dem DFKI und der U Bremen Research Alliance verfügen wir über eine Forschungslandschaft, die gerade dort stark ist, wo KI die physische Welt verändert: bei Robotik und autonomen Systemen, Mensch-Maschine-Interaktion, Gesundheit und Data Science. Die U Bremen Research Alliance bündelt diese Kompetenzen inzwischen ausdrücklich in einem gemeinsamen KI-Leitprojekt.

Und diese wissenschaftliche Stärke trifft in Bremen auf eine Wirtschaftsstruktur, die für die nächste Phase der KI-Entwicklung besonders interessant ist. Wir bauen hier Autos und Satelliten, Flugzeuge und Raketen. Wir entwickeln maritime Systeme und Medizintechnik. Wir haben starke Logistik, Häfen und industrielle Produktion. Das sind genau die Bereiche, in denen KI künftig nicht nur Texte oder Bilder erzeugt, sondern Maschinen steuert, komplexe Systeme optimiert und Menschen bei hoch anspruchsvollen Tätigkeiten unterstützt.

Bremens Chance liegt deshalb nicht darin, das nächste Silicon Valley zu kopieren. Bremens Chance liegt darin, KI mit unserer industriellen und wissenschaftlichen Stärke zu verbinden.

Wir wollen, dass aus exzellenter Forschung häufiger neue Unternehmen entstehen. Dass Bremer Mittelständler Zugang zu KI-Technologien bekommen. Dass etablierte Industrieunternehmen gemeinsam mit unseren Forschungseinrichtungen neue Anwendungen entwickeln. Und dass aus guten Ideen in Bremen auch Wertschöpfung, Arbeitsplätze und neue Unternehmen in Bremen werden. Genau dieser stärkere Transfer zwischen Forschung und Wirtschaft ist bereits ein Kern der Bremer KI-Strategie.

Dabei müssen wir über eine weitere Voraussetzung reden: Rechenleistung. Wer bei KI vorne mitspielen will, braucht neben klugen Köpfen auch leistungsfähige digitale Infrastruktur. Deshalb gehört für mich zur nächsten Entwicklungsstufe des KI-Standorts Bremen auch die Frage, wie wir den Zugang unserer Wissenschaft und unserer Unternehmen zu leistungsfähigen, möglichst energieeffizienten Rechenkapazitäten verbessern.

Aber KI ist nicht nur eine technologische und wirtschaftliche Frage. Sie verändert Arbeit, Bildung, Verwaltung und unseren Umgang mit Informationen. Deshalb gefällt mir besonders, dass wir aus dieser Weltkonferenz einen "Summer of AI" für die ganze Stadt machen. Die Diskussion findet nicht nur unter Fachleuten im Congress Centrum statt, sondern auch in der Bürgerschaft, auf dem Domshof und im Forum am Domshof. Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Beschäftigte, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger können mitmachen und mitdiskutieren.

Denn ich möchte weder eine Gesellschaft, die KI blind vertraut, noch eine Gesellschaft, die aus Angst vor Veränderung auf ihre Chancen verzichtet. Wir brauchen eine KI, die dem Menschen dient – transparent, sicher und demokratisch kontrollierbar. Und wir müssen dafür sorgen, dass technologischer Fortschritt auch sozialer Fortschritt wird.

Vielleicht passt gerade deshalb diese Konferenz so gut nach Bremen. Wir sind ein kleines Land, aber wir haben immer wieder gezeigt, dass Größe nicht nur eine Frage von Quadratkilometern ist. Wenn Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ihre Kräfte bündeln, kann Bremen auf Feldern Weltspitze sein, auf denen man uns das auf den ersten Blick vielleicht nicht zutraut.

Bei Raumfahrt können wir das. Bei Robotik können wir das. Und bei Künstlicher Intelligenz können wir das auch.

Die IJCAI-ECAI 2026 sollte deshalb für Bremen nicht der Höhepunkt einer Entwicklung sein, sondern ihr Startsignal.

Unser Anspruch muss sein: Wenn in einigen Jahren über die führenden europäischen Standorte für angewandte, menschenzentrierte Künstliche Intelligenz gesprochen wird, dann soll Bremen selbstverständlich dazugehören.

Ihr Andreas Bovenschulte

Unterschrift Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Präsident des Senats


#KI-STRATEGIE

Symbolbild: Eine menschliche Hand und eine Roboterhand berühren sich an den Zeigefingern.

Passend – aber zeitlich wirklich zufällig – zum IJCAI hat der Senat diese Woche auch die KI-Strategie des Landes Bremen verabschiedet. Denn es war an der Zeit, klare und verbindliche Regeln zu definieren und sich als moderne, bürgerorientierte Verwaltung auch eine fundierte und zukunftsweisende Linie vorzugeben, wo wir mit der KI hinwollen. Klar ist: Sie ist richtig und verantwortungsvoll eingesetzt eine ungeheure Hilfe. Nicht nur für die Beschäftigten in der Verwaltung, die so Zeit und Raum für wichtige und knifflige Aufgaben gewinnen, indem sie von immer wiederkehrenden Standard-Abläufen befreit werden. Auch die Bürgerinnen und Bürger Bremens und Bremerhavens bekommen so einen echten Mehrwert, indem sie auf eine flottere Bearbeitung ihrer Anliegen setzen können. Erarbeitet haben wir die Strategie dabei wohlweislich nicht allein. Wir haben die Uni Bremen mit all ihrer Expertise hinzugezogen. Unter der Leitung von Prof. Björn Niehaves wurde eine umfangreiche Befragung unter den Beschäftigten vorgenommen, was dem Ergebnis ein breites Fundament auf den rund 4.000 eingegangenen Antworten beschert hat. 39 konkrete Maßnahmen wurden daraus abgeleitet. Ich bin sicher: Mit dieser Strategie können wir das Potenzial der KI für die öffentliche Verwaltung unter Wahrung hoher demokratischer, rechtsstaatlicher und ethischer Standards ausschöpfen.


#ODESA

Zwei Bilder vom Odesa-Besuch 2025: Bürgermeister Bovenschulte an einem Mahnmal und beim Stadtrundgang vor einem zerstörten Gebäude.

Seit einigen Wochen erlebt unserer Partnerregion Odesa in der Ukraine eine besonders brutale Angriffswelle durch Russland. Immer wieder steht die Stadt unter schwerem Beschuss, die Luftverteidigung kann bekanntermaßen insbesondere Raketen immer seltener abwehren, weil "Patriots" und andere Abfangsysteme knapp werden oder fehlen. Mich bewegt das sehr und löst große Sorge und Mitgefühl aus. Immer wieder sind auch Menschenleben zu beklagen. Und ich danke von Herzen den Bremerinnen und Bremern in Odesa, die dort unter diesen schwierigen Bedingungen helfen, wo sie können. Es ist jedes Mal eine große Erleichterung, wenn wir nach Angriffswellen die Nachricht erhalten, dass alle Kolleginnen und Kollegen in Sicherheit und nicht zu Schaden gekommen sind.

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass ich Odesa besucht habe. Sich vorzustellen, wie die Stadt jetzt aussieht und was die Menschen dort tagtäglich durchmachen, ist schwer zu ertragen. Klar ist aber auch: Wir antworten mit gelebter Solidarität. Wir stehen zu unserer Partnerregion, wir unterstützten die Menschen so gut es geht. Das bedeutet etwa medizinische Hilfslieferungen: Krankenwagen, Krankenhausausstattung und einiges mehr. Eine unersetzliche Hilfe ist uns dabei die "Stiftung Solidarität Ukraine" hier aus Bremen. Ich danke allen, die dies auf finanzielle oder ehrenamtliche Weise unterstützen. Es ist ein wichtiges Zeichen.


#EINHEITSBUDDELN

Das Logo des Einheitsbuddeln vor dem Luftbild eine Waldes.

Das "Einheitsbuddeln" ist seit einigen Jahren fester Bestandteil der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Als amtierender Bundesratspräsident habe ich gerne – wie es Tradition ist – die Schirmherrschaft über diese schöne Aktion übernommen: Bäume pflanzen, wo immer es geht. Jede und jeder in Deutschland ist aufgerufen, auf privaten Flächen einen Baum – gerne dürfen es auch mehrere sein – zu pflanzen.

Zu den Einheitsfeiern vom 2. bis 4. Oktober hier in Bremen ergeht also auch hier der Aufruf: an die Spaten, Bäume in die Erde.

Das Logo zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen.

Doch ich weiß: Nicht jede und jeder hat einen Garten zur Verfügung. Wer das "Einheitsbuddeln" dennoch unterstützen will, kann das mit einer Spende tun. Der Verein "Einheitsbuddeln" sammelt auf der Crowdfunding-Plattform Betterplace Geld. Davon werden Forstsetzlinge gekauft, die in Bremerhaven in ein tolles Projekt gepflanzt werden: Der Reinkenheider Forst im Süden der Stadt wird umgebaut von einem schwer geschädigten und zusammenbrechenden Nadelwald in einen klimaresilienten Mischwald. Dafür werden unterschiedliche Gewächse benötigt. Das Crowdfunding des "Einheitsbuddeln 2026" ist dort gut angelegt. Ich danke allen, die das mit ihrer Spende unterstützen.


#WOLTMERSHAUSEN

Bürgermeister Bovenschulte an der Rad-Geländebahn in Woltmershausen.

Zu den Vorzügen, die ich als Bürgermeister genieße, gehört ja, dass ich bei meinen regelmäßigen Quartiersbesuchen durch Bremen immer wieder spannende Orte erleben darf. Jüngst war ich in Woltermshausen unterwegs. Ein Stadtteil, der nicht in jeder Sekunde seiner Geschichte auf der Sonnenseite stand, jetzt aber eine sehr erfreuliche Entwicklung durchlebt. Etwa am Lankenauer Höft: lange brachliegend, hat es sich zu einem vielfältigen Ort direkt am Wasser für Freizeit, Sport, Gastronomie und Veranstaltungen entwickelt. Ein echtes Highlight. Und bald sollen im ehemaligen Radarturm auch Trauungen möglich sein – eine ganz spezielle Atmosphäre für den Start in die Ehe.

In toller und warmherziger Atmosphäre werden Kinder, begleitet von einem hochmotivierten Team, in der Kita Charlotte Niehaus der AWO bestens betreut groß. Und dann die Pusdorfer Meile: 13.000 Quadratmeter für besondere Radsport-Aktivitäten. Einfach klasse. Und ebenso beeindruckt hat mich das Haus Lux im Tabakquartier: Diese Einrichtung für Service-Wohnen für ältere Menschen hat erst vor kurzem eröffnet. 24 barrierefreie Wohnungen mit Hausnotruf und Betreuung stehen zur Verfügung. So kann man in einem tollen, lebendigen Quartier alt werden und die Betreuung an den jeweiligen Bedarf anpassen. Also: Woltmershausen nimmt eine gute Entwicklung und das freut den Bürgermeister.


#MELITTA

Bürgermeister Andreas Bovenschulte im Leitstand von Melitta.

Eine gute Entwicklung nimmt derweil auch das Melitta-Werk in der Airportstadt. Auch das habe ich diese Woche besucht. Die Melitta Europa GmbH & Co. KG nimmt aktuell die stolze Summe von rund 100 Millionen Euro in die Hand, um das Werk in Bremen auszubauen. Zu nicht weniger als der größten Kaffeerösterei Europas. Das stärkt Bremens traditionelle Rolle in der Lebensmittelindustrie natürlich und schafft und sichert Arbeitsplätze und ist gleichzeitig ein ganz starkes Bekenntnis zum Standort. Denn mit der Investition geht auch eine Vergrößerung der Kapazität um die Hälfte einher. Melitta produziert hier bei uns alles, was die Bohne so hergibt: ganze Bohnen, Filterkaffe, Kaffeespezialitäten und verschiedene Pads und Kapseln für Automaten. Melitta gehört zu Bremen.

Weihnachten · Senatskanzlei