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Bürgermeister-News März 2/2026

Bürgermeister Andreas Bovenschulte sitzt am Schreibtisch.

Liebe Bremerinnen und Bremer, liebe Bremerhavenerinnen und Bremerhavener,

vor einiger Zeit haben wir uns im Kaminsaal des Rathauses darauf verständigt, einen "Campus für Aus- und Weiterbildung für Transformation und Innovation im Bereich Klimaschutz des Landes Bremen" auf den Weg zu bringen. Zugegeben ein sehr komplizierter Name, deshalb ist es auch gut, dass mittlerweile alle nur noch vom Klimacampus reden.

Der Klimacampus, der für uns ein ganz wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende ist. Denn die werden wir nur mit neuen Technologien und nur mit einer Transformation der Wirtschaft schaffen. Denken Sie nur an die Heizung in Ihrem Keller: Gas- und Ölheizungen waren bislang der Standard, künftig werden es Wärmepumpen und Fernwärme sein.

Das aber ist nicht nur für die Hauseigentümer unter uns eine riesige Umstellung, sondern auch für den Klempner und seine Beschäftigten. Denn die müssen heute eine Technik beherrschen, von der in ihrer Lehrzeit noch nicht die Rede war.

Und genau hier soll der Klimacampus ansetzen. Lehrlinge sollen hier genauso aus- und weitergebildet werden wie gestandene Handwerkerinnen und Handwerker mit Gesellen- oder Meisterbrief. Wir wollen Kompetenzen bündeln, Ausbildungstechnik effizient nutzen und voneinander lernen. Das ist das gemeinsame Ziel der Industrie und der öffentlichen Hand. Gemeinsam wollen wir den Campus deshalb auf den Weg bringen und mit Leben füllen. Ein Campus, davon bin ich fest überzeugt, der deutschlandweit ohne Vorbild sein wird.

Und seit der Vereinbarung im Rathaus hat sich einiges getan. Vier Unternehmen haben sich mittlerweile zu einem Verein zusammengeschlossen, der den Campus mit aller Macht vorantreibt: ArcelorMittal, die zur Zech-Gruppe gehörende Otto Meyer Technik, die Deutsche Windtechnik und die zwanzigfünzig GmbH, beides Firmen von Klaus Meier.

Der Senat selbst hat am Dienstag dieser Woche zwei entscheidende Schritte gemacht: Er hat ein Konzept für den Hochwasserschutz für die Überseeinsel beschlossen und er hat eine Machbarkeitsstudie für das Technische Bildungszentrum Mitte, kurz TBZ, auf den Weg gebracht. Das ist der Zusammenschluss mehrerer technischer Schulen mit rund 2.600 Schülerinnen und Schülern, die von dem Campus profitieren sollen. Die Machbarkeitsstudie soll vor allem den Standort des TBZ klären. Im Idealfall wäre das auf der Überseeinsel und nur, wenn es dort gar nicht geht, in unmittelbarer Nähe an der Neptunstraße. Im Herbst soll das Ergebnis vorliegen.

Drei zentrale Botschaften sind mit den Entscheidungen von Wirtschaft und Senat verbunden: Wir meinen es ernst mit dem Klimaschutz. Private und Staat gehen Hand in Hand. Und: Wir drücken gemeinsam auf´s Tempo, damit der Klimacampus schnell umgesetzt wird. Denn davon profitieren letztlich das Klima, die Wirtschaft, das Handwerk und Bremen.

Ihr Andreas Bovenschulte

Unterschrift Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Präsident des Senats


#WINDFORCE

Diskussionspanel auf der Windforce 2026.

Ein ganz wesentlicher Part auf dem Weg zur Klimaneutralität ist – und wem sage ich das hier im Land Bremen – der gezielte, zügige und konsequente Ausbau der Offshore-Windkraft, also diese beeindruckend mächtigen Windräder in der Nordsee. Bremerhaven hat da zweifellos schon bessere Zeiten gesehen, bevor die damalige Bundesregierung Mitte des vorigen Jahrzehnts mit einigen Fehlentscheidungen die bis dahin florierende Windkraft-Branche in der Seestadt massive ausgebremst hat. Aber immer noch gibt es dort wichtige Einrichtungen wie das Fraunhofer-Institut IWES und den Branchenverband WAB. Der lud diese Woche wieder zur Windenergie-Konferenz "Windforce" nach Bremerhaven ein und es war beeindruckend, wer sich dort alles ein Stelldichein gab. Fachleute aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Ihnen gemein war: Sie glauben fest an die Zukunft der Offshore-Windkraft. Sie kämpfen täglich dafür, dass sie ihren Beitrag zur Energiewende leisten kann.

Auch mir ist das aus mehreren Gründen wichtig. Es geht etwa um die Wirtschaftsstruktur und Arbeitsplätze in Bremerhaven. Es geht natürlich um Klimaschutz. Es geht aber auch um industrielle Souveränität Deutschlands und Europas. Wir wurden schon in vielen Branchen von anderen überholt, das sollte uns nicht noch einmal passieren. Beispiel Konverterstationen: Das sind hausgroße elektrotechnische Anlagen auf Stelzen, die den von den Windparks erzeugten Strom so umformen, dass er an Land übertragen werden kann. Die Bremerhavener Firma "Lloyd Energy" – ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer namhafter Stahlbau- und Bauunternehmer aus dem Land Bremen – will solche Konverterstationen ebenfalls in Bremerhaven bauen. Um erfolgreich sein zu können, brauchen sie einen verlässlichen Ausbaupfad, der die Auftraggeber langfristig planen lässt. Hier sehe ich die Bundesregierung in der Pflicht. Der Senat hat sich bereit erklärt, Bürgschaften für den Bau solcher Stationen bis 80 Prozent ihres Auftragswertes zu übernehmen – wir unternehmen, was wir können, um Dinge zu ermöglichen.

Denn die Lage ist nicht einfach: Im vergangenen Jahr wurde wegen mangelnder Anreize bei den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur für neue Windparks kein einziges Angebot abgegeben. Der Plan des Bundes, bis 2030 Windparks mit einer Leistung von 30 Gigawatt auf See zu haben, ist so unerreichbar; Branchenkenner erwarten nur knapp 20 Gigawatt bis dahin. Hier muss sich der Bund seiner Verantwortung bewusstwerden und entsprechend handeln.


#ANTRITTSBESUCH

Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Kanzler Friedrich Merz im Kanzleramt. Daneben das Logo der Bremer Bundesratspräsidentschaft. Foto: Bundespresseamt / Sandra Steins

Als Bürgermeister Bremens erlebe ich ja regelmäßig Antrittsbesuche: Botschafterinnen und Botschafter, Honorarkonsulinnen und Honorarkonsuln, Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer von Verbänden und viele mehr kommen zu mir, damit wir uns kennenlernen und uns über gemeinsame Themen austauschen können. Das Format "Antrittsbesuch" erlebe ich derzeit aus der anderen Perspektive: Der des Besuchenden. Als Präsident des Bundesrates absolviere ich sie gerade bei den Spitzen der anderen Verfassungsorgane. Jetzt war ich bei Bundeskanzler Friedrich Merz. Das Kennenlernen stand da offensichtlich weniger im Mittelpunkt – spätestens seit dem Antrittsbesuch des Kanzlers im Land Bremen Anfang Oktober vorigen Jahres auf dem Containerterminal Bremerhaven kennen wir uns wirklich gut und haben – das darf ich wohl sagen – einen Draht zueinander gefunden. Thematisch ging es dann aber weniger um Bremen – ich war ja als Bundesratspräsident beim Kanzler. Da ging es mehr um die Zusammenarbeit zwischen Länderkammer und Kanzleramt. Aber auch da: Wir kommen gut miteinander klar.


#SOCIALMEDIA

Jugendliche in einem Schul-Treppenhaus mit Handys.

Weniger gut hingegen kommen etliche Kinder mit den Herausforderungen der "Sozialen Medien" klar. Da gibt es meines Erachtens einiges zu tun. Es gibt hinreichend Studien, die beispielsweise das Suchtpotenzial in der Nutzung von Social Media belegen. Dass da oftmals ein Tonfall herrscht, mit dem man auch erstmal umgehen können muss, ist ebenfalls sicher keine exklusive Erkenntnis von mir; ebenso wenig zum Umfang von gezielter Desinformation. Ganz zu schweigen von den bisweilen sogar ganz massiv kriminell motivierten Kontaktanbahnungen zu Kindern. Die gilt es vor diesen Übergriffen zu schützen. Ich bin daher inzwischen fest überzeugt: Wir brauchen eine Reglementierung des Zugangs zu "Sozialen Medien" für Kinder und Jugendliche. Über die exakte Form wird noch nachzudenken sein. Doch so, wie es ist, kann es nicht bleiben.


#TOURISMUS

Der Schriftzug Moin in den Bremer Wallanlagen.

Bleiben kann hingegen gerne der Zuspruch, den das Land Bremen bei Touristinnen und Touristen findet. Wir haben Rekordzahlen bei den Übernachtungen, die Museen in beiden Städten des Landes werden sensationell gut besucht. Mich macht das dankbar all den Menschen gegenüber, die dafür den Grundstein gelegt haben. In den Ausstellungen, in der Tourismusförderung und an vielen anderen Orten. Sie tragen die Botschaft in die Welt: Bremen und Bremerhaven sind spannende Städte, die es sich lohnt, zu besuchen. Hier kann man was erleben, kommt gut unter und der Besuch in der Gastronomie lässt auch keine Wünsche offen. Das konnte ich jüngst auch auf dem gemeinsamen Stand von Bremerhaven und Bremen auf der ITB, der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin erfahren. Das ist der Hotspot der Branche. Daher ist mein Dank an die Macherinnen und Macher des Bremen / Bremerhaven-Standes so groß: Er war einmal mehr attraktiv und zog Besucherinnen und Besucher an. Außerdem konnte ich spannende Gespräche mit führenden Persönlichkeiten der Tourismus-Szene führen.


#SCHULROCKFESTIVAL

Bürgermeister Bovenschulte auf der Bühne des Bremer Schlachthofs bei der Eröffnung des Schulrockfestivals.

Bleiben muss in jedem Fall auch das Schulrockfestival. Nicht nur, weil hier auch schon Karrieren gestartet wurden. Ja, straight out the Kesselhalle bis zum Hurricane, das hat es schon gegeben. Vor allem für all die talentierten, zielstrebigen und mutigen jungen Musikerinnen und Musiker. Denn wer schon mal in einer Band gespielt hat – ich ja auch, damals mit so klangvollen Namen wie "Betonrock" oder "Pfusch am Bau" – weiß, wovon ich rede: Da lernt man fürs Leben, das ist echte Beziehungsarbeit. Man lernt alles zu überwinden, was einen zurückhält und verschreibt sich einem Ziel: Gute Mucke abliefern und das Publikum unterhalten.

Seit 1993 ist das Schulrockfestival nun schon DIE Bühne für Schülerbands. Und es sind wahrlich beeindruckende Zahlen, die da in den vergangenen drei Jahrzehnten zusammengekommen sind: 1.300 Bands, die sich beworben haben, 6.500 Schülerinnen und Schüler, die mit viel Energie und Leidenschaft ihre Musik präsentiert haben. Ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden: das Organisationsteam, die Musiklehrerinnen und Musiklehrer, die ihre Schülerinnen und Schüler mit Herzblut unterstützen, und die Sponsorinnen und Sponsoren. Ich kann sagen: Die intensiven Proben der diesjährigen sechs Finalbands haben sich gelohnt: Es war ein rockiger, abwechslungsreicher Konzertabend. Chapeau an alle, die da oben gestanden haben und herzlichen Glückwunsch an die "Lawyers Second Choice" zum Gewinn!


#BREMENRÄUMTAUF

Bürgermeister Andreas Bovenschulte mit Mitstreitern bei den Bremer Aufräumtagen in Blumenthal.

Die Bremer Aufräumtage sind wichtig. Auch wenn ich mir natürlich wünschen würde, dass wir sie gar nicht bräuchten. Wäre ja eigentlich das Ziel, oder? Dass alle ihren Müll einfach da hinwerfen, wo er hingehört – und nicht irgendwo ins Gebüsch. Aber so ist es nun einmal nicht. Und genau deshalb sind diese Tage so wertvoll.

Mir war wichtig, nicht nur ein paar lobende Worte für alle zu finden, die sich engagieren, sondern selbst mit anzupacken. Deshalb war ich am vergangenen Freitag in Blumenthal unterwegs, gemeinsam mit den Kindern der 4c der Schule Blomendahl, den Umweltwächtern, Ortsamtsleiter Oliver Fröhlich und dem Beiratssprecher Hans-Gerd Thormeier. Ausgestattet mit Greifern, Handschuhen und Müllbeuteln sind wir losgezogen – und haben schnell gemerkt, dass es genug zu tun gibt. Unsere Beutel waren am Ende gut gefüllt. Insofern waren wir erfolgreich, auch wenn man sich wünscht, es wäre anders.


#ARCHIVIERUNG

Zwei Bilder: Links Bürgermeister Bovenschulte im Gespräch mit Cube-Tex-Geschäftsführer Jörg Houpert. Rechts Bovenschulte und Cube-Tex-Geschäftsführer Tom Lorenz.

Hand auf's Herz: Haben Sie schon jemals darüber nachgedacht, was alles dazu gehört, riesenhafte Audio- und Bewegtbildbestände sicher und dauerhaft zu archivieren und durchsuchbar zu machen? Ich nicht. Bis ich neulich die Cube-Tec GmbH besuchte. Das ist ein in Bremen ansässiger Weltmarktführer in dieser sehr speziellen Nische. Und dabei geht es nicht nur um das schlichte "Sichern" von Daten, sondern auch und vor allem darum, sie zu systematisieren und auffindbar zu machen. Also zu veredeln und zu verschlagworten. Was hier vom Nicht-Techniker erklärt vielleicht dröge, langweilig und möglicherweise sogar banal klingen mag, ist einfach hochspannend, wenn es einem Fachleute erklären. Fachleute wie von Cube-Tec. Fachleute einer der vielen "hidden champions" in Bremen.


#LÄTARESPENDE

Zwei Bilder. Links: Bürfermsiter Andreas Bovenschhulte verteilt bei der Lätare-Spende Brot. Rechts: Bovenschulte zusammen mit Hanna Naber und dem maritimen Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi, beim Verteilen von Heringen.

Ein Champion seiner Zeit war sicherlich auch Klaus Störtebeker. Allerdings – das gehört zur Wahrheit dazu – mit einem eher zweifelhaften Ruf. Der Seeräuber gab nicht nur den Armen einen Teil seiner Beute ab. Er verfügte vor seiner Hinrichtung im Jahr 1401 in Hamburg außerdem, dass jedes Jahr am Sonntag Lätare (drei Wochen vor Ostern) in Verden Brot und Heringe kostenlos an die Bedürftigen verteilt werden. In diesem Jahr hatte ich die große Ehre, diese Lätare-Spende verteilen zu dürfen. Als gebürtiger Niedersachse und Bremer im Herzen war es mir eine große Freude, in unserer Nachbarstadt eine Rolle bei der derartig traditionsreichen Veranstaltung – verbürgt wird die Lätare-Spende seit 1602 verteilt – haben zu dürfen. Es zeigt, dass wir in dieser Region Grenzen haben, aber nicht wirklich kennen. Wir stehen zusammen und uns verbinden gemeinsame Werte.